Das Stück wurde im Rahmen der öffentlichen Ausschreibung von der Jury ausgewählt und am 17. September 2026 zur Premiere gebracht. Der Text stammt von Karin Peschka, die Musik von Rudolf Jungwirth. Regie führte Joachim Rathke, der zugleich als Erzähler durch den Abend begleitete. Es spielten Nora Dirisamer und Peter Woy; den gesanglichen Part übernahm Judith Ramserstorfer, musikalisch begleitet vom Ensemble Lézard aux Plumes.
Inspiriert von jenen fünf Knöpfen aus Bein, die ein zentrales Element der Erzählung in der Bauernkriegsausstellung des Schlossmuseums Linz bildeten, ist Karin Peschka ein sehr direktes, beinahe hartes Stück über den Bauernkrieg und seine unsichtbare Wirkungskraft bis in unsere Gegenwart gelungen.
Im Zentrum steht der evangelische Prediger Casparus. In vier gesungenen Predigten eröffnet er vier Szenen des Bauernkriegs. Sie führen uns in die zwischenmenschlichen Räume und prekären Lebensverhältnisse der damaligen Bevölkerung und erzählen zugleich, in vier präzisen Schritten, die historische Dramaturgie des Bauernkriegs selbst.
Aus dem Wechselspiel zwischen den rezitierenden Darsteller:innen, dem predigenden Gesang des Casparus, der experimentellen musikalischen Rahmung und dem Erzähler entstand ein ebenso konzentrierter wie virtuoser Theaterabend. Trotz der Ernsthaftigkeit des Themas, der lebendig gegenwärtigen Tragik und der fordernden Inszenierung blieb er kurzweilig – und zugleich von großer Tiefe geprägt.
Es war ein klar strukturierter Abend, an dem sich die unterschiedlichen darstellerischen und musikalischen Elemente zu einem temporären Ganzen verbanden. Daraus entstand eine besondere Stimmigkeit, die das Publikum im voll besetzten Haus trotz des anspruchsvollen Stoffes in höchster Konzentration hielt – und diesen Abend für viele der Anwesenden wohl unvergesslich machen wird.
Für die communale oö zählt CASPARUS oder fünf Knöpfe aus Bein zu ihren besonderen Höhepunkten. Der Abend steht zugleich für die unglaubliche Bandbreite der communale oö und zeigt, welch großes und vielfältiges Interesse der Bauernkrieg in Oberösterreich bis heute hervorruft – weit über traditionelle Geschichtsbilder und das Brauchtum hinaus.
Dieser Abend macht aber auch deutlich, dass sich das Programm der communale oö nach der Sommerpause nicht bloß fortsetzt, sondern sein Profil weiter schärft: progressiver, kritischer und künstlerischer. Der Bauernkrieg wird dabei nicht nur als historisches Ereignis betrachtet, sondern als Stoff, der uns herausfordert, berührt und Fragen an unsere Gegenwart stellt.
- Projektleiter Martin Honzik





