
400 Jahre Bauernkrieg in Oberösterreich
Im 17. Jahrhundert befand sich Europa im Wandel. Neben harter Arbeit, Armut und der Abhängigkeit von Kirche und Adel prägten multiple Krisen wie der in Europa wütende Dreißigjährige Krieg, damit einhergehende Seuchen und Krankheiten sowie die klimatischen Verschlechterungen der „Kleinen Eiszeit“ das Leben der bäuerlichen Bevölkerung im Land ob der Enns. Diese Mischung aus existenziellen wirtschaftlichen, sozialen, religiösen und politischen Herausforderungen bereitete den Boden für den Oberösterreichischen Bauernkrieg im Jahr 1626.
Der Oberösterreichische Bauernkrieg dauerte nur wenige Monate, doch seine Auswirkungen reichten weit über diese Zeit hinaus. Die Anführer der Aufständischen, Stefan Fadinger und Christoph Zeller, standen nur kurze Zeit im Zentrum der Ereignisse, wurden jedoch zu Symbolfiguren eines Kampfes um Freiheit, Gerechtigkeit und Selbstbestimmung. Trotz der Niederlage der Aufständischen fand der Aufstand Eingang in die Geschichtsschreibung und prägt bis heute die Erinnerungskultur Oberösterreichs. Jubiläumsausstellungen wie die OÖ. Landesausstellung von 1976, die Arbeit zahlreicher Heimatforscher:innen und regionaler Museen sowie die vielen Denkmäler im Land zeugen von der bleibenden Bedeutung dieses historischen Ereignisses.
Auch die communale oö 2026 knüpft an diese Traditionslinie an. Gemeinsam mit dem Schlossmuseum Linz widmet sie sich der Frage, wie sich Geschichte im Wandel der Zeiten erzählt – und wie sich Erinnerung im kollektiven Bewusstsein formt. Dabei wird der Bauernkrieg von 1626 aus der Perspektive einer Gesellschaft des 21. Jahrhunderts betrachtet: um zu untersuchen, ob die Geschichte mit den künstlerischen und medialen Mitteln der Gegenwart dieselbe oder eine andere bleibt – und was sie uns heute über Mut, Widerstand und gesellschaftliche Veränderung erzählen kann.