communale REGIONAL
Ein wesentlicher Aspekt der communale oö ist es, das örtliche und regionale künstlerische Schaffen in das Programm einzubeziehen und so zu einem intensiven Austausch auf allen Ebenen zu kommen. Von der bildenden Kunst über Konzerte, Literatur und Performances sind viele Disziplinen vertreten. Auch in diesen Projekten bildete „Identität“ die Klammer und schimmerte durch die Formate durch. Sei es in der Filetierung traditioneller Sagen aus der Region oder einer künstlerischen „Innenschau“; in der Auseinandersetzung mit einer großen Künstlerpersönlichkeit, die in Vergessenheit geraten war oder in einer Live-Porträt-Session, die die Wände in einem ehemaligen Gasthaus zierte.
Apropos Gasthaus und ehemalig: Eine weitere Besonderheit der communale oö kam hier ebenso zum Tragen: Anstatt eines fixen Veranstaltungsortes wurde die ganze Stadt bespielt. Vom Leerstand über ehemalige Geschäfte, Gaststuben bis zu Kirche und Stadtplatz wurde so ganz Eferding zur communale oö!
Die Zugänge zu den Kunstprojekten waren niederschwellig und erlebnisorientiert. Das Publikum wurde bei fast allen Projekten auf unterschiedliche Art und Weise eingebunden. So kam es zu einem Dialog zwischen den Ereignissen aus der Erlebniswelt Eferdings mit Kunstprojekten und Künstler:innen aus der Region.
Projekte der communale REGIONAL in Eferding
800 || Menschen
Mural von Evelyn Kreinecker
Die communale oö versteht sich als Schnittstelle zwischen Kunst, Kultur und Gesellschaft – und genau dort hat Evelyn Kreinecker ihr Projekt angesiedelt. In der Gaststube des ehemaligen Stuckwirtes gestaltete sie in einem offenen zeichnerischen Prozess direkt die Wände des Raumes. Mit Kohle skizzierte sie Menschen, mit dem Ziel, 800 Personen zu zeichnen – eine symbolische Zahl für all jene, die Eferding in den letzten 800 Jahren ein Gesicht und eine Identität gegeben haben. So entstand live eine Collage aus Menschenbildern in unterschiedlichen Perspektiven, Größen, Anordnungen und Blickwinkeln.
Die Besucher:innen konnten aktiv an diesem Zeichenprozess teilnehmen. Einerseits hatten sie die Möglichkeit, den offenen Raum im Stuckwirt zu besuchen und den Entstehungsprozess zu verfolgen. Andererseits konnten Fotos von Eferdinger Personen eingesendet werden, die anschließend in das Kunstwerk integriert wurden.
www.evelynkreinecker.at
ALLES Origeniale
Skulpturen im öffentlichen Raum von Günter Schwarzbauer und Anne Alber
Die ungewöhnlichsten, herzlichsten und markantesten Persönlichkeiten aus Eferding erschienen an den Orten, an denen sie einst gelebt und gewirkt hatten. Lebensgroße, plastische Skulpturen erweckten diese Menschen zum Leben, um Erinnerungen wachzurufen und den Austausch zu fördern. Es ging nicht darum, wie viel Ruhm oder Ansehen eine Person hatte, sondern um ihre Individualität und die Vielfalt der Gesellschaft.
www.kuenstlergilde-eferding.at/kuenstler/guenter-schwarzbauer
ALORS, ALOYS!
Kunstinstallation von Evalie Wagner
Aloys Zötl (1803 in Freistadt geboren) war Färbermeister in Eferding und malte abends Tiere und Pflanzen aus fernen Ländern, die er vermutlich nie gesehen hat. 1955 wurden sie zufällig entdeckt und bei zwei Auktionen in Paris verkauft, wo sie bis heute hohe Preise erzielen. Posthum wurde Zötl als einziger österreichischer Surrealist anerkannt. André Breton nannte sein „Bestiarium“ das „prächtigste Tierbuch“ der Welt. Dennoch ist Zötl in Österreich weitgehend unbekannt, da fast alle Werke in Privatbesitz sind; nur die „Jaguarette“ befindet sich im Eferdinger Stadtarchiv.
Mit „Alors, Aloys!“ näherte sich Evalie Wagner dem faszinierenden Werk des in Vergessenheit geratenen Eferdinger Künstlers Aloys Zötl und brachte seine Menagerie als fragmentarisches Kaleidoskop zurück an ihren Entstehungsort. Der Pavillon am Stadtplatz von Eferding – ein Glashaus, das symbolisch für das vom Gemüseanbau geprägte „Eferdinger Landl“ steht – wurde Teil des beliebten Wochenmarktes an Freitagen und machte Aloys Zötl zum Stadtgespräch.
Tschüda Mau - Gewappnet sein in der Gegenwart
Beteiligungs-Projekt von Ingrid Gumpelmaier-Grandl in Kooperation mit Eferdinger:innen
Der Wilde Mann - eine identitätsstiftende Figur aus der Eferdinger Sagenwelt und im Stadtwappen verewigt - erfuhr durch ein Beteiligungs-Projekt der Eferdinger Bevölkerung eine zeitgemäße Interpretation. Das Ergebnis ist eine Sitzskulptur im öffentlichen Raum mit dem Titel “Tschüda Mau” (übersetzt: gechillter Mann), die nun nachhaltig eine Oase des Verweilens und Austauschs für alle Menschen darstellt. Dieses Projekt zeigt, dass Identität kein statisches Konzept ist, sondern in Gemeinschaft immer wieder neu verhandelt und gestaltet wird.
Standort: Mittergraben
Kunstsalon DAS FRUCHTBARE LAND
Ausstellung des KUNSTSALONS Ruprecht/Riederer mit Marie Ruprecht | Antonia Riederer | Birgit Koblinger
Der KUNSTSALON von Marie Ruprecht und Antonia Riederer gastierte anlässlich der communale Eferding in der stillgelegten Spitalskirche. Mit der Ausstellung DAS FRUCHTBARE LAND richteten die Künstlerinnen den Blick von innen auf die Identität des Eferdinger Landes. Auf Einladung des Kunstsalons bereicherten die künstlerischen Arbeiten von Birgit Koblinger die Ausstellung.
www.marieruprecht.at/kunstsalon
www.birgitkoblinger.at
Die Suche nach der Wilden Gilden Hilde
Eine spannende Reise durch das historische Eferding von der Künstlergilde Eferding
Die Eferdinger Künstlergilde veranstaltete für interessierte Kinder zwischen 6 und 12 Jahren am 12. und 19. August 2022 eine zweieinhalbstündige Reise durch das geschichtsträchtige Eferding. Auf ihrer spannenden Suche erkundeten die Kinder an mehreren Stationen historische Gebäude und Stätten in Eferding, um Hinweise auf den Aufenthaltsort der berühmt berüchtigten Wilden Gilden Hilde zu erhalten.
www.kuenstlergilde-eferding.at
Erntedank-Genussfest
Markt mit regionalen Erzeugnissen und Kulturprogramm
Verkauf von Produkten aus der Region, Verkostungen, Schaukochen, Schauhandwerk und vieles mehr im Schloss Starhemberg.
Tage der offenen Ateliers
Kunstrundgang
Die Tage der offenen Ateliers luden im Rahmen der ersten communale oö zu einem Kunstrundgang mit Astrid Hofstetter nach Eferding ein. Atelierbesuche bei Antonia Riederer und Evelyn Kreinecker, anschließend ging es zu folgenden Kulturprojekten in Eferding: Alors, Aloys!, ALLES Origeniale und Foto-Feature-Eferding. Zum Abschluss konnten alle Teilnehmer:innen die Ausstellung "DAS WIR IM ICH – Bauernkrieg und Bilderkosmos" im Schloss Starhemberg bei freiem Eintritt besuchen.
Sterntaler-Stunde
Ein Allerseelenabend für alle Seelen in der Evangelische Kirche in Eferding
Musik, Bild und Text von und mit Rudolf Jungwirth, Michael Hedwig und Karin Peschka. Lesung von Helmut Neundlinger. Uraufführung der Litanei Ab- und Aufgesang mit Andreas Lebeda.
Frieden beginnt in meiner Stadt
Präsentation der Friedensbilder mit Karin Hehenberger
Unter dem Motto Frieden beginnt in meiner Stadt haben junge Menschen im Alter von 7 bis 15 Jahren Friedensbilder gestaltet. Die Bilder sind Botschaften, die Hoffnung geben. Der Wunsch nach Frieden vereint die Menschen. Mit viel Freude am Tun, Kreativität und Überzeugung wurden viele bedeutungsvolle Friedensbilder geschaffen.
ALLES Origeniale meets 800 || Menschen
Feiern beim Stuckwirt


Günter Schwarzbauers „ALLES Origeniale“ tauchte an verschiedenen Orten auf und machte auch beim Stuckwirt Halt, um auf Evelyn Kreineckers “800 II Menschen” zu treffen.
Erzählsalon
„Blättern durch die Zeit - Geschichten aus der Vergangenheit!“

Frau Dr. Elisabeth Dienstl aus Aschach an der Donau verfügt über einen wahren Schatz an Geschichten aus ihrem 92-jährigen Leben und hat sich auch im hohen Alter ihre kindliche Neugier und Lebensfreude bewahrt. Sie blätterte mit uns im Gästebuch ihres Vaters, in dem auch berühmte Persönlichkeiten verewigt sind und erzählte uns Geschichten aus ihrer Kindheit und Jugend. Im gemeinsamen Austausch waren alle Gäste herzlich dazu eingeladen, ihre eigenen Erinnerungen mit der Gruppe zu teilen.
dreimaldrei: Literatur trifft Literatur
Eine Literaturreihe mit Marianne Jungmaier und Karin Peschka

Präsentation Eferdinger Stadtkochbuch
Ein kulinarischer Spaziergang durch die kleine Stadt mit Cordula Hanisch und Regine Jungwirth
Zwei Jahre lang sammelten die Autorinnen Mag. Cordula Hanisch und Dr. Regine Jungwirth von Haus zu Haus Rezepte. Ihr Weg führte sie dabei durch ganz Eferding. Ergänzt wurden die Rezepte mit alten Aufnahmen oder Zeichnungen des Künstlers Hubert Taferner, zu denen Josef Achleitner kurze Texte und Anekdoten verfasst hat. Das Buch soll eine für die Allgemeinheit nützliche Bestandsaufnahme der Kochkultur in der alten Stadt sein und außerdem einen unterhaltenden Rückblick in die lokale Geschichte der kulinarischen Genüsse geben.
Präsentation Kartenedition 800 || Menschen
von Marlene Gölz und Evelyn Kreinecker
Ausschnitte des Mural von Evelyn Kreinecker und Blogsätze der Stadtschreiberin Marlene Gölz traten in einen Dialog und ermöglichen neue Gedankenspiele.
„Mittlerweile suche ich etwas ganz Bestimmtes, mal sehen ob ich es finde.“ So schreibt die Schriftstellerin Marlene Gölz in ihrem Blog als Stadtschreiberin in Eferding. Suchen und finden kann man auch beim Stuckwirt in Eferding – bekannte Gesichter, Haltungen, Überlegungen, Assoziationen und Fragen inmitten der 800 Menschen.
Die Zusammenführung der Zeichnungen von Evelyn Kreinecker und der Worte von Marlene Gölz ergab eine Edition mit acht Postkarten.
Erzählsalon
„Erzählte Geschichte(n) - Erinnerungen vor Ort“
Der „Erzählsalon“ der communale Eferding lud alle Interessierten und all jene die in der Gemeinde Alkoven leben oder aufgewachsen sind ein, sich gemeinsam in gemütlicher und ungezwungener Atmosphäre auszutauschen.
Welche Geschichten über das Schloss Hartheim kennen wir? Was wurde uns erzählt? Was wurde uns nicht erzählt? Wie war es früher und wie ist es heute, im Umfeld des Schlosses und seiner Geschichte zu leben? Und was könnte es in dieser Hinsicht als Bürger:innen dieses Ortes für uns brauchen?
Im Schloss Hartheim, in den Jahren 1940-44 als Euthanasieanstalt des NS-Regimes umfunktioniert, wurden nahezu 30000 Menschen ermordet. Diese Geschehnisse prägten die Geschichte dieses Ortes und leben noch heute in Erinnerungen und Erzählungen fort.
Heimat in einfacher Sprache
Interaktive Performance von Barbara Ungepflegt
Die einfache Sprache des Volkes versteht keiner mehr. Eine Übersetzung ist notwendig: Barbara Ungepflegt stellte sich mit ihrer performativen Installation Heimat in einfacher Sprache den komplexen Anforderungen des Simultandolmetschens.




















































