communale SPHÄRE
Kuration: Julia Ransmayr
Als Teil der communale oö bildet die communale SPHÄRE ein neues multidisziplinäres Format, das als umgebende Hülle, Künste, Disziplinen, Alltagsräume und Menschen verbindet. Performative Narrative sind in zeitgenössischen Kunstformen nicht mehr nur an Körper gebunden. In der communale SPHÄRE finden neben Arbeiten mit Performer:innen auch installative Formate und Projekte statt, denen auch ein musikalischer Zugang zugrunde liegen kann und die immer von einer gewissen Dauer geprägt sind. Ein spezieller Fokus wird auf Zwischenräume gelenkt. Der Übergang von einer sphärischen Schicht zur anderen – von Alltags- zu Kunstraum ist zentral, Formate, die nicht eindeutig einer Disziplin zuordenbar sind, werden im Vordergrund stehen. Der Dialog zwischen Ereignissen aus der Erlebniswelt Eferdings korrespondierend mit Kunstprojekten und Künstler:innen wird in vielen Ebenen der SPHÄRE vorherrschen.
Auch bei der Kuration des SPHÄRE-Programms war das communale-Motto „Identität“ prägend. Identität verortet, ist aber auch fluide und mit Zuständen verbunden. Die erste Frage war daher: An welchen alltäglichen Orten zeigt sich mitunter die Identität einer Stadt und Gemeinschaft? communale SPHÄRE setzt solche Orte mit künstlerischen Arbeiten in einen Dialog. Ausgehend von den Fragen: Welche Orte besucht man? Wie prägen diese Orte — wie beeinflussen, ja konstituieren diese Orte meine/unsere Identität? Was erzählen diese Orte über uns? Wie fühlt sich dieser Ort an? Wie hört er sich an? Mit wem teilen wir diese Orte? Schreibt Kunst ihnen eine neue Identität ein, und zeigt eine andere Perspektive auf das mir Bekannte und Vertraute. So zeichnet die communale SPHÄRE ein Programm, dessen künstlerische Arbeiten sich zudem selbst auf unterschiedlichen Ebenen mit dem Thema „Identität“ auseinandersetzen. Bei Hanneke Paauwe („Ein Bettchen von Trost“) begegnete man in seinem jeweiligen Tempo Geschichten aus der eigenen Biografie und damit ganz wörtlich sich selbst. In der Arbeit „This is where we draw the line“ stand die Frage der Verbindung und Gemeinschaft im Zentrum. Katharina Senk beschäftigte sich mit Körperbildern der Zukunft.
Projekte der communale SPHÄRE in Eferding
Songs about Places: Der alte Stadtsaal
Ein musikalisches Abschiednehmen von Häusern
Songs about Places bot die Möglichkeit, Abschied von Häusern zu nehmen. Abschied von den Häusern, die uns jahrelang umgeben haben und die nun bald nicht mehr da sind. Abschied von Häusern, die zum Abriss freigegeben wurden.
Dafür gestaltete das Theaterkollektiv Bum Bum Pieces eine musikalische Abschiedsfeier zu Ehren des jeweiligen Hauses, ein Totengesang mit Geschichten über das Haus und seine Bewohner:innen, welche zuvor in einem Rechercheprozess gemeinsam mit Menschen aus der Umgebung gesucht wurden. Ein gemeinsames Innehalten, um dem kleinen Stück Welt, sei es nun groß und wichtig oder ganz klein und unbemerkt, etwas Bedeutung zu schenken.
Schmusechor
Eine tanzbare Chorperformance
Vorhang auf und Bühne frei für den Schmusechor! Noch nie davon gehört? Unmöglich. Der schillernde Popchor aus Wien steht für Leidenschaft und Stimmung.
Mit einer treffsicheren Mischung aus Passion für die Musik, Affinität zum Schmusen und einer konstanten Prise Sex-Appeal eroberte der Chor das Publikum. Geleitet wurde die hingebungsvolle Truppe aus 35 Sänger:innen von der aufstrebenden Dirigentin Verena Giesinger. Seit fünf Jahren verkörpert sie Herzschlag, Beat und Taktstock des Schmusechors. Als Popchor, der sich in den letzten Jahren in der heimischen Musikszene etabliert hat, ist der Schmusechor in dieser speziellen Form österreichweit der einzige seiner Art. Nicht zuletzt durch extravagante Outfits und Bühnenperformances besticht der Chor immer wieder aufs Neue und vereint ein breites Spektrum an Artists wie David Bowie, Billie Eilish, James Blake, Aretha Franklin, Bon Iver, Feist, Woodkid und den Backstreet Boys.
Pygmalion Nullpunkteins
Tanz/Performance mit Orgelmusik von Silke Grabinger | Jeremy Joseph | Fabian Rucker
Pygmalion, der von Welt und Frauen zurückgezogene Künstler, formt sich in der klassischen Version des Stoffes bei Ovid seine perfekte Frau aus Elfenbein. Das Stück setzt sich mit dem im Stoff enthaltenen Begehren nach einem double, einer oder eines Geliebten auseinander – und visiert nicht zuletzt auch das Verlangen an, sich selbst völlig zu verstehen und gänzlich verstanden zu werden.
Die weit über die Grenzen Oberösterreichs bekannte Choreografin und Tänzerin Silke Grabinger, Musiker und Produzent Fabian Rucker sowie der renommierte Organist Jeremy Joseph, der in Wien u. a. mit Mitgliedern der Wiener Philharmoniker und der Wiener Sängerknaben musiziert, haben hier ein beachtliches Stück Tanz geschaffen, das die Eferdinger Spitalskirche visuell und klanglich erfüllte.
Ein Bettchen von Trost
Interaktive Installation/Workshop von Hanneke Paauwe | HET LAB (Be) | ab 8 Jahren
In dieser interaktiven Installation von Hanneke Paauwe wurden die sensiblen Themen Trauer und Verlust aufgeworfen, die uns alle auf ganz persönliche Art und Weise beschäftigen: der Umzug einer Schulkameradin, ein verstorbenes Haustier, Einsamkeit während der Pandemie, Trennung oder der Verlust eines geliebten Menschen.
Die Künstlerin schaffte in ihrer Installationen intime Momente, die dazu anregten, innezuhalten. Sie lud ihre Besucher:innen ein, Trost zu finden und entließ sie mit dem Gefühl, dass die eigene Trauer sagbar, sichtbar und wertvoll ist.
super[human] communale Version
Tanzperformance mit Katharina Senk (A) | Yuria Knoll (A) | Iris Omari Ansong (A) | Maartje Pasman (NL/A)
Im Zentrum der Tanzperformance stand das Anliegen, Menschlichkeit und die Körper der Zukunft sowie deren gemeinschaftliches Miteinander neu und inklusiv zu denken. Aktuell diskutierte Zukunftsentwürfe zeichnen sich vor allem durch perfekte Körper aus, die sehr oft eindimensional gedacht werden: weiß, binär, nicht-behindert, verformt durch die Ideen von patriarchal und kapitalistisch geprägten Gesellschaften. Die Performer:innen konfrontierten das Publikum mit Fragen zu Vorstellungen von Körperbildern der Zukunft und gaben durch ihre Bewegungen persönliche, expressive Antworten darauf.
This is where we draw the line
Tanzperformance mit Karin Pauer | Aldo Giannotti | Arttu Palmio | Paolo Monti
Bei dieser Performance wurde die Versammlung des Publikums zum buchstäblichen Netzwerk im Kunstraum. Mit Schnüren stellten die beiden Performer:innen Karin Pauer und Arttu Palmio nicht nur Zeichnungen, sondern auch räumliche Konstellationen her. Sie erstellten Anleitungen mit deren Hilfe Unterteilungen, Verbindungen, Abgrenzungen und Muster entworfen und verworfen wurden. Basierend auf den schwarzweißen Konzept-Zeichnungen des bildenden Künstlers Aldo Giannotti und dessen dramaturgischen Anregungen, sowie dem Live-Ambient-Sound von Paolo Monti wurde das Publikum dazu animiert, sich als choreografische Gemeinschaft zu verstehen, in der jedes Element mit anderen in Verbindung steht und es keine absolute Autonomie geben kann.




















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