communale oö Projekte
Von April bis November präsentiert die communale oö an 27 Orten in ganz Oberösterreich ein vielfältiges und facettenreiches Programm. Die Veranstaltungsformate lassen sich in Programmschienen einteilen.

Darstellende Kunst
Die communale oö 2026 eröffnet bühnenreife Zugänge zu den Ereignissen des Jahres 1626. Von klassischen Theaterinszenierungen über Performances im öffentlichen Raum, von Amateur- bis zu professionellen Produktionen, vom Puppentheater bis zum Improvisationstheater, von zeitgenössischem Tanz bis zu historischen Nachstellungen, etc.
Zeitgenössische Kunst
Kunst kann dabei helfen, Geschichte und aktuelles gesellschaftliches Zusammenleben verständlich zu machen. Mit Erinnerungsaktionen, installativen Experimenten, künstlerischen Befragungen zu Demokratie, Feminismus und gesellschaftlicher Teilhabe sowie gemeinschaftlichen Workshop-, Film- und Hörformaten.
Musik
Volks- und Blasmusik sind in vielen Gemeinden fest im Alltag verankert. In Zusammenarbeit mit lokalen Ensembles, dem Oö. Landesmusikschulwerk und dem OÖ. Blasmusikverband entstehen neue Formate zwischen Tradition und zeitgenössischer Interpretation. Historische Bauernkriegslieder, moderne Volksmusik und experimentelle Klangprojekte erweitern dies.
Geschichte erleben
Geschichte bloß als etwas Vergangenes zu begreifen würde am Ziel der communale oö vorbeigehen. In ihrer Programmierung setzt sie auf Reflexion, wirkt als gesellschaftlicher Katalysator und zieht die Ereignisse ins Heute, wo sie darauf abgeklopft werden, was sie mit unserer Gegenwart zu tun haben.
Literatur & Diskurs
Die communale oö 2026 versteht Diskurs als grundlegenden Bestandteil demokratischen Zusammenlebens und die Fähigkeit, unterschiedliche Meinungen auszuhalten, als Bereicherung. Kooperationen mit dem Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich, der Oö. Landesbibliothek oder dem LiteraturSchiff setzen literarische Akzente.
Religion
Die freie Wahl der Religion war ein zentraler Antrieb der Aufständischen von 1626 — ein Freiheitsgedanke, der bis heute wirkt. Reformation und Rekatholisierung lösten tiefgreifende Konflikte und Veränderungen aus. In Kooperation zwischen katholischer und evangelischer Kirche entstehen Programmpunkte, die vom persönlichen Engagement vieler Beteiligter getragen werden. Das symbolisiert eine Kultur des Miteinanders und der Zuwendung.

Kasperl auf Zeitreise
Darstellende Kunst
Seppi und Kasperl vom Puppentheater Aigen-Schlägl begleiten die Kinder auf einer Zeitreise ins 17. Jahrhundert. Das junge Publikum erlebt spielerisch, wie Menschen damals lebten, und entdecken die Bedeutung von Freundschaft, Mut und friedlichem Zusammenleben. Die Kinder werden aktiv in die Handlung einbezogen und erfahren, wie sie selbst Einfluss auf Geschichten und Konflikte nehmen können.

Wagner & Co
Darstellende Kunst
David Wagner und sechs der besten Improtheater-Schauspieler:innen Österreichs begeben sich - jeweils zu viert - an vier Schauplätze des Bauernkriegs von 1626. Der interaktive Prozess spielt dabei eine klare Rolle: Das engagierte und widerständige Publikum liefert die Impulse, WAGNER & CO verwandeln alles in virtuos improvisierte Szenen und Songs.
Mit: David Wagner, Daniela Wagner, Anita Zieher, Jacob Banigan, Barbara Willensdorfer, Manuela Wieninger und Helmut Schuster

Simon Mayer
Darstellende Kunst
Der oberösterreichische Choreograf Simon Mayer untersucht gemeinsam mit Hannah Shakti Bühler, ihrem Verein Tanzdorf und lokalen Vertreter:innen von Tanz (u. a. Volkstanzgruppe Rohrbach) und Volkskultur, wie traditionelle Tanzformen mit modernen Interpretationen kombiniert werden können. Das Projekt zeigt, wie kollektives Erleben, gemeinsame Gestaltung und die Reflexion lokaler Traditionen neue Perspektiven auf Konfliktlösung und Zusammenleben eröffnen.

Public BUZZ
Literatur & Diskurs
Public BUZZ lädt an allen 10 Themenorten der communale oö zur freien Meinungsäußerung ein. Die Installation von MOOI Design verbindet partizipative Gestaltung mit direkter Interaktion: Das Publikum wird ermutigt, sich direkt einzubringen, Fragen zu beantworten und Meinung sichtbar zu machen. So entsteht ein kollektives Stimmungsbild – vielstimmig, kontrovers, öffentlich. In umgekehrter Analogie zum historischen Pranger wird der Mut, sich zu äußern und mit der eigenen Haltung auseinanderzusetzen, symbolisch sichtbar.

Radio FRI
Literatur & Diskurs
Radio FRI (Freies Radio Innviertel) begleitet als regional verankertes Freies Radio speziell das Heimatforschungsformat und widmet sich redaktionell selbst dem Thema Bauernkrieg mit Hauptaugenmerk auf Innviertel und Hausruck. Darüber hinaus erfolgen Kooperationen mit anderen freien Radios in Oberösterreich.
Podcasts und andere Hörgeschichten gibt es hier zu entdecken: https://radio-fri.at/sendungen

Kepler Salon
Literatur & Diskurs
Der Kepler Salon in Linz steht für Wissen und gesellschaftlichen Diskurs. Das macht ihn zu einem idealen Partner für die communale oö! Für diese Kollaboration geht der Salon sogar auf Tournee und findet in verschiedenen Mut-Orten statt. Der Start ist in Linz anlässlich der Eröffnung der Ausstellung im Schlossmuseum Linz. Diskutiert wird das historische Ereignis Bauernkrieg, seine Deutung und Wirkungskraft bis in die Gegenwart.

LiteraturSchiff
Literatur & Diskurs
Mit dem LiteraturSchiff als Partner werden Lesungen mit starkem thematischen Fokus auf Mut und Courage programmiert. In bewährter Manier wird das LiteraturSchiff Lesungen, Gespräche und Veranstaltungen an besondere Orte in Oberösterreich bringen. Diesmal werden ausschließlich Literatinnen ihre Werke auf der Bühne der communale oö präsentieren – dies ist der Absenz der Frau im Narrativ des Bauernkriegs geschuldet.

Lebensklänge
Musik
Wolfgang Fadi Dorninger — experimenteller Musiker, Komponist und Klangforscher — bewegt sich zwischen digitaler Klangerzeugung und konkreten Alltagsklängen. Für die communale oö 2026 entwickelt er mit „Lebensklänge“ eine ortsspezifische Klangarbeit, die die Geräusche von Krieg und Gewalt bewusst ausklammert und stattdessen Alltagsklänge und Stimmen des Jahres 1626 hörbar macht. An Originalschauplätzen des Bauernkrieges entsteht in Pfarrgärten, auf Wiesen und Hügeln eine konzertante Klanginstallation. Das Publikum kann verweilen oder sich frei zwischen Lautsprechern bewegen, während live gemischte, verfremdete Alltagsklänge und „Lebens“musik einen packenden Klangraum schaffen. „Lebensklänge“ lädt dazu ein, Geschichte über das Hören neu zu erfahren.

Rupert Huber
Musik
Der Komponist, Pianist, Elektronikmusiker Rupert Huber besucht während der communale oö 2026 Blasmusikkapellen, Chöre und Ensembles des Oö. Landesmusikschulwerks in Hofkirchen, Lembach, Pinsdorf und Wolfsegg. Ist er zu Beginn noch stiller Zuhörer, wird er nach mehreren Proben Teil der Gemeinschaft. Huber erkundet Lieblingsstücke der Ensembles, dekonstruiert sie und arrangiert sie gemeinsam mit den Kapellmeister:innen zu neuen Versionen, ganz im Stil des Sampling der 1990er-Jahre. Die bearbeiteten Stücke werden an den jeweiligen Entstehungsorten konzertant aufgeführt, bevor alle Klänge und Stimmen beim großen Abschlusskonzert in Wolfsegg zusammenfließen.

Entertainer der Herzen
Musik
DJ Georgie Gold hat es endlich geschafft! Nach unzähligen Welttourneen sehen wir in bald auf der Festbühne in Peuerbach als Entertainer und DJ. „An evening full of passion and 100% pure love“, jubelte die New York Times. Im Glanz des Easy Listening, mit Jetset Flair à la Saint-Tropez und Hits von Burt Bacharach, James Last, Bert Kaempfert — Georgie groovt sich in eure Herzen, hebt euch hoch, so nah am Himmel wie nie zuvor. Diesmal in einer speziellen Paarung mit ABBAriginal u. a.

Die Marketenderin - Händlerin der Begegnung
Zeitgenössische Kunst
Im 17. Jahrhundert waren Marketenderinnen geschäftstüchtige Händlerinnen im Umfeld von Heeren und schlugen Kapital aus den Bedürfnissen der Soldaten. Heute erscheint die Figur im Brauchtum meist nur noch als dekoratives Element an der Seite von Blasmusikkapellen: traditionsverbunden und still. Die strategische Kommunikationsberaterin und Moderatorin Kira Schinko, bekannt aus der ORF-Dokuserie „Aufsperren statt Zusperren. Ist das Wirtshaus noch zu retten?", greift diese historische Figur für die communale oö wieder auf. Begleitet von lokalen Musikensembles zieht sie über Marktplätze und Feste, etwa beim o.heimArt Festival sowie beim Marktfest in Haag am Hausruck.

Leischn
Zeitgenössische Kunst
Leischn ist ein Verein zur Förderung von Kunst, Kultur, Social Design und Baukultur. Der Name leitet sich vom Dialektwort für „Leute schauen“ ab. Die beiden Gründerinnen Katharina Spanlang und Magdalena Hubauer treten bei der communale oö 2026 als künstlerische Gastgeberinnen auf: In Lembach eröffnen sie das Festival am Marktplatz mit einem Frühschoppen. In Pram initiieren sie eine „Roas“ durch die Gemeinde – mit Preisschnapsturnier, Briefmarkenausstellung, Sportplatz-Intervention und weiteren Stationen. Leischn verbinden Orte, Menschen und Ausdrucksformen – nah an den Menschen und in Bewegung.

Lebendige Erinnerung - 400 Bäume für Freiheit und Gerechtigkeit
Zeitgenössische Kunst
Stefan Mittlböck-Jungwirth-Fohringer verbindet ökologische Nachhaltigkeit, Geschichte, kulturelle Erinnerung und künstlerischen Ausdruck. Rund um historische Orte, Denkmäler und ehemalige Schlachtfelder des Bauernkrieges werden 400 Stieleichen als wachsendes Denkmal für die Opfer der Schlacht von 1626 gepflanzt. Die Pflanzung ist Teil einer performativen Wanderung mit Musik. Jeder Baum symbolisiert Mut, Widerstand und die Beständigkeit der Erinnerung. Das Projekt eröffnet einen Dialog zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Re-Printing History
Zeitgenössische Kunst
Warum findet man in den historischen Erzählungen meist Männer? Das Projekt Re-Printing History vom Künstlerinnenkollektiv magggi macht sichtbar, was lange verborgen blieb: die Geschichte der Frauen. In kostenfreien Workshops werden gemeinsam fiktive Biografien gestaltet und Holzschnitte angefertigt, um den unbekannten Frauen des Bauernkrieges ein Gesicht zu geben. Die entstandenen Werke werden im Haager Heimatmuseum Schloss Starhemberg und in der Furthmühle Pram präsentiert.
Anmeldung:
Johanna Mayrhofer
E-Mail magggi.collective@gmx.at
Tel. +436607014121

Grauwerk
Zeitgenössische Kunst
Wenn Menschen über längere Zeit entrechtet werden, wenn Not, Zwang und Gewalt den Alltag bestimmen, kann Widerstand als einziger verbleibender Ausweg erscheinen – nicht leichtfertig, sondern aus dem Eindruck heraus: Es muss sein. „Wieso es sein musste“ ist ein episodisches Filmprojekt, das die Ursachen dieses Aufstands verständlich macht. In mehreren kurzen Folgen wird den Fragen nachgespürt, was passiert ist und warum es so weit kam. Expert:innenstimmen und historisches Bildmaterial ordnen ein und übersetzen abstrakte Begriffe in greifbare Situationen. Gleichzeitig schlägt das Projekt eine Brücke in die Gegenwart. Denn auch heute können Ohnmacht, Ungleichheit, ideologischer Druck oder Gewalt Menschen in Situationen bringen, in denen sie keinen anderen Ausweg mehr sehen.

Unser Feld - Ein Live-Hörspiel mit Postkarten, Sprechchor & improvisierter Musik
Zeitgenössische Kunst
Allen gehört „Unser Feld“. Eine Person will es kaufen und einen Erinnerungsort errichten. Die Bedingung: Alle bestimmen mit. Aber wer ist dieses „Wir“? Plötzlich werden menschliche Knochen entdeckt – aus dem 17. Jahrhundert sowie der NS-Zeit – und der Körper der vor kurzem ermordeten Anna Zinzinger. Manche sprechen offen über Scham, andere wollen höchstens ein Denkmal aufstellen. Unerwartet zieht die spendable Person ihr Angebot zurück. Zentrale Figur des Stücks ist ein Sprechchor, der mit improvisierter Musik interagiert und u. a. Textbausteine liest, die Interessierte über Postkarten einbringen – seit 2025 und während des Stücks.
Besetzung: Tamara Imlinger (Text, Regie, E-Orgel), Aurora Hackl Timón (Schlagzeug), Tobias Humer (Alt-Saxofon & Effektpedale)

Die G(K)unst der Heimatforschung - was war oder wahr ist
Geschichte erleben
„Die G(K)unst der Heimatforschung – was war oder wahr ist“ widmet sich der lebendigen lokalen Geschichtsschreibung. Heimatforscher:innen und Regionalmuseen bewahren Alltagsgeschichte, stärken regionale Identität und ergänzen die institutionelle Perspektive um wichtige Stimmen von unten. Bei der communale oö 2026 entsteht an 10 Mut-Orten ein unterhaltsames Bühnen- und Gesprächsformat rund um den Bauernkrieg von 1626, begleitet von Sigi Kristöfl. Es macht historische Zusammenhänge verständlich, würdigt die Arbeit der Heimatforschung und lädt das Publikum ein, lokale Geschichte neu zu entdecken.

Gestern nu und heit scho - Von der Gegenwart des Oö. Bauernkrieges
Geschichte erleben
1626 ist nicht vorbei. Der Oberösterreichische Bauernkrieg wirkt bis heute nach – in Erinnerungskultur, Forschung und den gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit. Zwischen Mythos und Gegenwart, Trauma und Kontinuität sprechen der Historiker Hannes Leidinger und der Schauspieler Cornelius Obonya gemeinsam mit musikalischen Gästen über das „Wir“ und das „Fremde“, über die Wirksamkeit von Vergangenheit in Gegenwart und Zukunft. Im Zentrum stehen Fragen von Erinnerung, Identität und Mentalität, Perspektiven auf Migration und Vertreibung sowie der historische und aktuelle Umgang mit dem Fremden. Einbezogen werden insbesondere die Erfahrungen von Frauen, Kindern und Familien sowie die langfristigen Folgen von Gewalt und Trauma.

Denk-Mal - living monuments
Geschichte erleben
„Denk-Mal – living monuments“ ist ein Kooperationsprojekt der Abteilung Kultur des Landes Oberösterreich und des JugendService OÖ. Statt Denkmäler nur als historische Objekte zu verstehen, werden junge Menschen selbst zu „lebendigen Denkmälern“. Sie zeigen in Reden und performativen Interventionen ihre Sicht auf Gegenwart und Zukunft. Grundlage bildet der Jugendredewettbewerb OÖ, der seit den 1950er-Jahren stattfindet. Unter dem Motto „Du bist am Wort! Sag, was Sache ist.“ präsentieren Jugendliche ihre Ideen, Ängste und Hoffnungen. Die besten Redner:innen treten bei der communale oö 2026 in Oberösterreich auf.

KIOSK & KURTI - Die mobile Architektur der communale oö 2026
communale oö vor Ort
KIOSK ist ein markanter Stand im öffentlichen Raum, an dem Programm, Vermittlung und Austausch stattfinden. Der KIOSK kann Infostand, installativer Treffpunkt oder atmosphärisch prägender Bereich eines Festes sein und bietet auch Platz für Formate wie Kasperl auf Zeitreise.
In diese Architektur eingebettet ist Kurti, das mobile Museum der communale oö, entwickelt in Kooperation mit der OÖ Landes-Kultur GmbH. Kurti bringt zentrale Inhalte des Oberösterreichischen Bauernkriegs direkt in die Gemeinden. Historische Materialien, Literatur, alte Karten und Abbildungen sind in einem begehbaren Archivschrank zugänglich und laden zum Stöbern ein, mit künstlerischen Arbeiten zweier Fotograf:innen, Hörstationen von Radio FRI und einem Film von Grauwerk.